
Bundesliga verschärft Infrastruktur-Bestimmungen und schafft Auswärtstor-Regel ab
Die Bundesliga hat in der Hauptversammlung zahlreiche Weichenstellungen für die Saison 2022/23 vorgenommen. (Text: Pressemeldung OEFBL)
Bei der gestrigen gemeinsamen Klubkonferenz sowie der nachfolgenden Hauptversammlung wurden bereits die organisatorischen Weichen für die Saison 2022/23 gestellt und strategische Maßnahmen für die Folgejahre gesetzt.
Mehr Solidarität, sportlicher und finanzieller Anreiz für die ADMIRAL 2. Liga
Die ADMIRAL Bundesliga erhöht den Bewerbszuschuss an die ADMIRAL 2. Liga um 600.000 EUR auf 3,4 Mio. EUR jährlich für die kommenden vier Saisonen. Das entspricht einem Plus von 21 Prozent. Außerdem werden auch die Matchbälle weiterhin finanziert.
Neu ist in diesem Zusammenhang, dass sich ab nächster Saison der Bewerbszuschuss pro Klub der ADMIRAL 2. Liga verringert, wenn ein Klub mehr als drei Kooperationsspieler von Klubs der ADMIRAL Bundesliga in der jeweiligen Halbsaison hat. Für jeden weiteren Kooperationsspieler, der bei einem Zweitligaklub aktiv ist, erhält dieser Klub 20 Prozent Abzug des Bewerbszuschusses. Das bedeutet, dass ein Klub der zweithöchsten Spielklasse bei acht oder mehr registrierten Kooperationsspielern keinen Anspruch mehr auf den Bewerbszuschuss hat.
Auf-/Abstiegsregelung zwischen den beiden höchsten Spielklassen
Eine Neuerung gibt es auch bei den Auf-/Abstiegsregelungen ab der Saison 2022/23. Eine mögliche Relegation für den bestplatzierten Klub mit Lizenz gibt es ab sofort nur mehr, falls dieser zumindest sportlich den vierten Platz der ADMIRAL 2. Liga (bis inkl. Saison 2021/22 bis zum sportlich achten Platz) erreicht. Hinzu kommt, dass ein Klub 2023 Meister werden und eine Lizenz für die höchste Spielklasse haben muss, um direkt aufzusteigen. Im Falle, dass erst der Zweit-, Dritt- oder Viertplatzierte eine Lizenz für die ADMIRAL Bundesliga hat, muss der Aufstieg in zwei Relegationsspielen gegen den Letztplatzierten der höchsten Spielklasse erreicht werden.
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Der nächste Schritt in der Infrastruktur-Offensive
Bereits mehr als 200 Millionen Euro wurden und werden im Rahmen der 2013 ausgerufenen Infrastrukturoffensive in Österreichs Stadien investiert. Ziel ist, als Freizeitattraktion den Fans im Stadion ein komfortables Stadionerlebnis bieten zu können. Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, wurden heute im Rahmen der neu angelaufenen 5-Jahres-Strategie eine Reihe von Bestimmungsänderungen beschlossen.
Ausnahmegenehmigungen (aktuell möglich, wenn ein Stadionneubau nachgewiesen wird) werden ab 1. Juli 2024 der Vergangenheit angehören. So werden ab 1. Juli 2023 keine abweichenden Spielfeldmaße mehr möglich sein, ein Jahr später wird die Unterschreitungsmöglichkeit bei der Flutlicht-Leuchtstärke gestrichen, ebenfalls ab 1. Juli 2024 gibt es keine Möglichkeit mehr, die Mindestkapazität bzw. die gedeckten Plätze zu unterschreiten. Ab diesem Zeitpunkt gibt es auch im Falle eines Stadionneubaus keine Ausnahmegenehmigungen mehr – reicht die eigene Stadioninfrastruktur nicht aus, muss dann in ein Ausweichstadion übersiedelt werden. Damit wird nach Ablauf der Ausnahmegenehmigungen an alle Klubs dieselbe Anforderung an die bestehende Stadioninfrastruktur gestellt und Klubs mit aktuellen Stadionprojekten die Möglichkeit gegeben, in den nächsten zwei Jahren die vorhersehbaren Mindestanforderungen zu erfüllen.
Außerdem wird im Sinne des Komforts für Stadionbesucher das Ende der mobilen Tribünen eingeläutet – ab 1. Juli 2025 zählen diese nicht mehr zum Mindestfassungsvermögen von 5.000 Plätzen. Erstmals werden bereits ab der kommenden Saison auch geschlossene Ecken als C-Kriterium (empfohlenes Kriterium) in die Stadionbestimmungen aufgenommen, um infrastrukturelle Maßnahmen mit finanziellen Mitteln von Seiten der BL unterstützen zu können.
Weitere Infrastrukturbestimmungen, die ab Sommer für die höchste Spielklasse verschärft werden: im Erste-Hilfe-Raum muss ab sofort verpflichtend ein Defibrillator sein und die Vidi-Wall wird vom B- zum zwingend zu erfüllenden A-Kriterium. Neue B-Kriterien (verpflichtend, bei Nicht-Erfüllung mit Geldstrafe zu sanktionieren) sind u.a. Bildschirme in den Mannschaftskabinen zur Videoanalyse, sowie verpflichtende Parkplätze für Zuschauer mit Behinderung. Dem Anliegen der Fankurven, kein Plexiglas im Sinne der freien Sicht auf das Spielgeschehen in den Gästesektoren zu verwenden, wurde ebenfalls nachgekommen.
In der 2. Liga gilt bereits ab diesem Sommer, dass ein Stadion, das nur mit Ausnahmegenehmigung Höchstliga-tauglich ist, nicht mehr zum Erhalt des Lizenzbonus berechtigt. Ab 1. Juli 2023 wird der TV-Turm in der 2. Liga zum B-Kriterium.
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Auswärtstorregelung soll bei direkten Duellen abgeschafft werden
Seit diesem Sommer gilt in allen Ligen Österreichs bei Punktegleichstand das direkte Duell als erstes Entscheidungskriterium. Sind zwei Teams punktegleich, werden die direkten Duelle verglichen (1.1. Anzahl der Punkte | 1.2. Tordifferenz | 1.3. erzielte Tore | 1.4. erzielte Auswärtstore), sind mehrere Teams punktegleich, wird eine interne Tabelle aller direkten Duelle dieser Teams untereinander erstellt. Erst wenn diese Gegenüberstellung keinen Sieger ergibt, geht man zu den weiteren Entscheidungskriterien wie der allgemeinen Tordifferenz über.
Knapp vor Saisonbeginn im vergangenen Sommer hat die UEFA für ihre Klubbewerbe die sogenannte Auswärtstorregelung abgeschafft, wonach im direkten Vergleich bei gleicher Tordifferenz jene Mannschaft aufstieg, die auswärts mehr Tore erzielt hat.
Die Bundesliga hat nun für das Europacup-Playoff und die Relegation ab der Saison 2022/23 ebenfalls die Auswärtstorregel abgeschafft. Die Tabellenwertung ist über eine ÖFB-Bestimmung geregelt. Die Bestimmung soll in Abstimmung mit dem ÖFB und den Landesverbänden dahingehend angepasst werden, dass die Anzahl der erzielten Auswärtstore bei direkten Duellen in der Tabellenreihung kein Entscheidungskriterium mehr darstellt. Ziel ist es, dass auch hier ab 2022/23 Auswärtstore keine besondere Wertigkeit mehr erhalten.
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