Erste Angebote der Salzburger wurden dem Vernehmen nach abgelehnt. Die Forderung der Italiener soll sich damals bei rund zehn Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen befunden haben.
Nun könnte nochmals frischer Wind in den Poker um den zentralen Mittelfeldspieler kommen. Der Grund dafür ist, dass Hauptkonkurrent Celtic Glasgow nach dem Verpassen der Champions League womöglich nicht mehr die Gelder für einen Transfer dieser Größenordnung zur Verfügung hat. Ausgerechnet der LASK hat somit Salzburg womöglich in die Karten gespielt. Ein Transfer könnte nun wieder wahrscheinlicher werden.
Doch wer ist der 22-Jährige und welche Fähigkeiten könnte er mit nach Salzburg bringen? Besonders bei einem Transfer dieser Größenordnung lohnt sich ein genauerer Blick auf den potenziellen Neuzugang.
Der Werdegang des litauischen Nationalspielers
Gvidas Gineitis galt in seiner Heimat in Litauen bereits früh als spannendes Talent. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren verließ der Juniorennationalspieler seine Heimat und schloss sich in Italien den Jugendteams von SPAL an. Dort blieb das hoch gehandelte Talent jedoch lediglich eineinhalb Jahre, bevor es ihn zum FC Turin zog.
Die Entwicklung des zentralen Mittelfeldspielers schritt dort überaus schnell voran. In seiner ersten vollen Saison in Turin wurde er nicht nur zum unumstrittenen Führungsspieler in der U19-Mannschaft, sondern sollte in der Rückrunde bereits seine ersten Einsätze bei den Profis feiern.
Seitdem ist Gineitis nicht mehr aus der ersten Mannschaft der Turiner wegzudenken. Ganz im Gegenteil, der heute 22-Jährige ist zum Stammspieler und A-Nationalspieler Litauens gereift. Auch zum Saisonauftakt der neuen Serie-A-Saison stand der Stratege in der Startelf, spielte die vollen 90 Minuten und glänzte mit einer Torvorlage.
Wo liegen die Stärken des Nationalspielers?
Den Werdegang von Gineitis kann man relativ einfach nachverfolgen. Doch welche Fähigkeiten bringt der Litauer mit? In welchen Bereichen könnte er die Salzburger verstärken? Genau dieser Frage sind wir mit Hilfe der Informationen eines Scouts nachgegangen, der allerdings namentlich nicht genannt werden wollte.
Zunächst einmal strahlt der 22-Jährige mit seiner Größe von 1,91 Meter auf dem Platz eine gewisse Präsenz im Mittelfeld aus. Klassifizieren kann man ihn als klassischen Box-To-Box-Spieler, der zwischen dem Strafraum mit einer hohen Arbeitsrate zu glänzen weiß. In der vergangenen Saison hat er dabei oftmals als Linksfuß die linke Seite im Mittelfeld abgedeckt.
Präsenz mit und gegen den Ball
Diese Präsenz demonstrierte Gineitis sowohl im eigenen Ballbesitz als auch gegen den Ball. Im eigenen Spielaufbau und Übergangsspiel präsentierte er sich im Spielsystem Turins überwiegend ballsicher und fand dank seiner Übersicht sowie Spielintelligenz oftmals einen Abnehmer. Sein Spiel kann man als progressiv und somit offensivdenkend bezeichnen, über 60 Prozent seiner Pässe in das letzte Drittel fanden auch einen Abnehmer.
Seine feine Technik machte sich dabei nicht nur im Passspiel bemerkbar, sondern ebenso bei Dribblings. In Kombination mit seiner Athletik konnte sich Gineitis in über 58 Prozent seiner Eins-gegen-Eins-Situationen behaupten, trotz seiner nicht allzu hohen Geschwindigkeit. Für einen Spieler auf seiner Position einer der besseren Werte in der Serie A.
Doch es sind nicht nur seine offensiven Qualitäten, die ihn ausmachen. Insbesondere gegen den Ball ist der Nationalspieler für Turin mittlerweile unverzichtbar. In der vergangenen Saison war er ligaweit für einen Spieler seiner Position überdurchschnittlich gut in den Bereichen der Defensivaktionen, der Tacklings sowie der Kopfballduelle. Auch in der Antizipation und dem anschließenden Bälle abfangen, präsentierte Gineitis überzeugende Werte.
Das kann Gineitis noch verbessern
Natürlich hat der Linksfuß auch noch ein paar Bereiche, an denen er arbeiten sollte. Für einen Box-To-Box-Spieler könnte er insbesondere im Bereich der progressiven Läufe sicherlich noch zulegen. Insbesondere in seinen Jugendjahren hat er in hier bereits gezeigt, dass er es noch besser kann. Entsprechend muss man Gineitis hier vermutlich lediglich die nötigen Freiheiten dazu einräumen und entsprechend absichern.
Außerdem kann man durchaus feststellen, dass Gineitis gegen den Ball für Turin sehr wichtig geworden ist und dort seine Aufgaben oftmals erfolgreich erledigt. Das hat jedoch dazu geführt, dass er in der eigenen Offensive nur noch wenig eigene Torgefahr ausstrahlt. Das war zu seinen Jugendzeiten ebenfalls anders. Auch hier liegt die Begründung in seiner taktischen Rolle in Turin.
Spannender Spieler für Salzburg
RB Salzburg ist mit seinem neuen Coach Danny Röhl verheißungsvoll in die neue Saison gestartet. In den ersten Spielen gab es noch keine Niederlage und vereinzelt präsentierte man sich wieder in der gewohnten Dominanz. Trotzdem könnte ein Transfer eines Spielers wie Gineitis dem Team nochmal gut tun, um insbesondere im Mittelfeld die Oberhand zu behalten und auch bestens auf die Dreifachbelastung vorbereitet zu sein.
Außerdem scheint die Zukunft von Maurits Kjærgaard noch nicht abschließend geklärt zu sein, ein Abgang ist dem Vernehmen nach noch möglich. In Gineitis hätte man dann einen passenden Ersatz, der sowohl defensive Fähigkeiten mitbringt als auch im Spiel nach vorne den Salzburgern noch den manchmal entscheidenden Punch verleihen kann.
Es bleibt abzuwarten, ob eine Einigung mit Turin gefunden wird. Sollte das der Fall sein, kann sich die Bundesliga über einen weiteren überaus spannenden Spieler mit viel Potenzial freuen.
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