Tage wie diese [Euro 2020, Tag 5]
Ein Tor von der Mittelinie, der erste Auftritt der Schotten bei einer Euro seit Ewigkeiten oder das Nachbarschaftsduell Polen gegen Slowakei haben nicht gereicht, um aus diesem Montag bei der Euro 2020 einen besonderen zu machen.
Aber die Betrachtung der geballten Ladung Fußball bei Endrunden ist eben auch eine sehr subjektive. Und diese hier an dieser Stelle ergibt das ernüchternde Fazit, mit genau gar keinem Mehrwert, keiner Geschichte und keinem „moment to remember“ ins Bett zu gehen.
++ Pucher schaut EM – der tägliche 12 Meter zur Europameisterschaft ++
Es gibt diese Tage. Die einfach vorüberziehen und irgendwie hat einen nichts erreicht. Bei großen Fußballturnieren gibt es die auch ab einem gewissen Zeitpunkt wie das Amen im Gebet. Der Montag bei der Euro 2020 war genau ein solcher. Es beginnt mit Schottland gegen Tschechien in Glasgow. Den ewig sympathischen Schotten, wo ich bis heute niemanden kenne der sie nicht mag. Aber sie schreiben eben auch nie an. Es macht immer einigermaßen Spaß ihnen zuzuschauen. Es gewinnen dann aber meist die anderen. So auch dieses Mal im Hampden Park die Tschechen. Patrik Schick schießt von der Mittellinie ein Tor (siehe Bild). Durchaus spektakulär. Viel hin und her und viele Chancen gab es auch. Ohne schottischen Sieg gab der Kick aber irgendwie dann doch nichts her.
Dann kommt Polen. So ein bisschen eine Mannschaft, wo alle darauf warten, dass sie wieder einmal eine Duftmarke hinterlassen, wie es sie 1974 und 1982 bei Weltmeisterschaften gegeben hat. Aber irgendwie kommt es dazu nicht, obwohl das Potenzial da wäre. Aber eben an Tagen wie diesen, kommt die Slowakei, der befreundete Nachbar, und verpasst Robert Lewandowski und Co gleich im ersten Spiel einen ordentlichen Dämpfer. Spiel zwei dieses Tages geht zu Ende und wieder bleibt wenig, außer einem komischen Beigeschmack. Sehr subjektiv betrachtet natürlich, aber doch.
Und dann am Abend das „Corona-Duell“ Spanien gegen Schweden. Beide Mannschaften mussten Ausfälle wegen des Virus hinnehmen und produzieren die erste Nullnummer des Turniers. Spanien feldüberlegen, wie eh immer, trifft nicht ins Tor. Auch Schweden hätte die eine oder andere Möglichkeit gehabt. Aber an Tagen wie diesen passiert dann eben nichts. Nicht einmal Zlatan Ibrahimovic war dabei, und hat irgendeinen Unsinn oder irgendeine Ego-Aktion geliefert. Fad war das. Sonst nichts.
Es mögen manche diesen Spieltag anders gesehen haben. Aber die Betrachtung der geballten Ladung Fußball bei Endrunden ist eben auch eine sehr subjektive. Und diese hier an dieser Stelle ergibt das ernüchternde Fazit, mit genau gar keinem Mehrwert, keiner Geschichte und keinem „moment to remember“ ins Bett zu gehen. Mittelinienkunstschuss von Schick hin oder her. Gab es auch schon oft genug, so Zufallstreffer, die im Fernsehen gut ausschauen. Morgen kommen Team Orban, Portugal, unser Lieblingsnachbar und Frankreich. Es wird hoffentlich wieder interessanteres zu berichten geben.