Acht Klubs im Österreicher-Topf: Was passiert, wenn Klagenfurt mitmacht?
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Acht Klubs im Österreicher-Topf: Was passiert, wenn Klagenfurt mitmacht?

Erstmals will auch Austria Klagenfurt vom Österreicher-Topf profitieren. Während die Austria-Kassa klingelt, bleibt für die anderen weniger Geld. Gleichzeitig steht Peter Pacult vor schwierigen Entscheidungen.

Nachdem der SK Austria Klagenfurt lange auf den Österreicher-Topf verzichtet hat, fand unter Sportchef Günther Gorenzel zuletzt ein spätes Umdenken statt. Hauptgesellschafter Zelko Karajica hat die erstmalige Teilnahme seit dem Aufstieg gegenüber 90minuten vor kurzem erneut bestätigt (>>> Zum Interview). Das hat einerseits Auswirkungen auf die violette Vereinskasse, andererseits auf die sieben anderen Vereine, die sich das Geld bisher untereinander aufgeteilt haben. 

Der Mehrwert für die Kärntner liegt auf der Hand, zumal sie über die bisherige Saison schon weit oben in der Wertung mitgemischt hätten, ohne die Regeln eingehalten zu haben. Es winkt also nicht nur Geld, sondern direkt eine nennenswerte Summe.

Die Abrechnung

Da die Höhe der Topf-Dotierung nicht genau bekannt ist, sind alle Berechnungen mit Vorsicht zu genießen. Kolportiert werden rund 6,1 Millionen Euro pro Spielzeit, die sich auf drei Abrechnungszeiträume verteilen. Die ersten beiden - von Runde 1 bis 11 und 11 bis 22 - sind vorbei, möchte Klagenfurt im dritten mitmischen, dürfen bis Saisonende maximal sechs Legionäre in den jeweiligen Spieltagskader nominiert werden.

Wie hoch der Klagenfurter Anteil an den noch zu verteilenden rund zwei Millionen Euro sein wird, ist freilich noch offen. Da die Wintertransferphase beendet ist und große Verschiebungen in den Kadern unwahrscheinlich sind, lässt sich aber erahnen, in welche Richtung es gehen kann. Verteilen alle sieben relevanten Vereine ihre Minuten ähnlich wie bisher, kann das Ergebnis in Abrechnungszeitraum drei so aussehen:

Platz

Verein

geschätzte Summe

1

TSV Hartberg

370.000

2

WAC

300.000

3

Austria Klagenfurt

265.000

4

SCR Altach

255.000

5

GAK

230.000

6

WSG Tirol

205.000

7

Blau-Weiß Linz

200.000

8

Austria Wien

195.000


Die sportlichen Konsequenzen

Über die Saison 2024/25 hat Klagenfurt im Schnitt 6,7 Legionäre pro Spiel nominiert. Neun Legionäre haben in der Bundesliga gespielt, 12 stehen derzeit im Kader - keine optimale Ausgangslage also, Peter Pacult ist in der Qualifikationsgruppe zum Rotieren gezwungen, wenn er keinen seiner Spieler dauerhaft auf der Tribüne parken möchte.

Sofern niemand verletzt ist, sind fünf Plätze annähernd fix vergeben:

Spieler

Bundesliga-Minuten 2024/25

Ben Bobzien

1.874

Dikeni Salifou

1.276

Simon Straudi

1.001

Solomon Bonnah

814

Kosmas Gkezos

723


Ein Doppelsturm bestehend aus Keanan Bennetts und David Toshevski, wie im letzten Spiel gegen den SCR Altach, wäre damit in Zukunft kein Thema mehr. Auch Laurenz Dehl, Denzel Owusu, Steven Juncaj und Iba Mai hätten es noch schwerer, als ohnehin schon. Wirklich geübt hat der Verein nicht, in nur zwei Spielen seit der Winterpause wurde die Legionärs-Grenze nicht überschritten.

Grundsätzlich hat die Situation aber auch etwas Gutes: Neben Stammspieler Jannik Robatsch und Rechtsverteidiger Matteo Kitz durften drei Teenager aus dem eigenen Nachwuchs erstmals Bundesliga-Luft schnuppern. Bisher halten Tristan Schoppitsch, Adem Mustafić und Dino Delić bei jeweils einer Bundesliga-Minute - die Chancen auf mehr steigen in den kommenden Wochen. Auch Rapid-Leihgabe Philipp Wydra könnte von seinem Reservisten-Dasein erlöst werden.

In der U22-Wertung - Minuten, die für den Österreicher-Topf vierfach zählen - ist Klagenfurt schon jetzt vorne dabei. Voraussetzung ist ein Geburtstag nach dem 1. Jänner 2003.

Platz

Verein

vierfache U22-Minuten

1

TSV Hartberg

17.792

2

WAC

10.588

3

Austria Klagenfurt

8.396

4

WSG Tirol

4.188

5

SCR Altach

3.568

6

GAK

3.468

7

Austria Wien

2.068

8

Blau-Weiß Linz

492


Die Konkurrenz

Für alle anderen Vereine bedeutet der "Neuzugang" im Österreicher-Topf finanzielle Einbußen. Sollte Klagenfurt am Ende wirklich rund 265.000 Euro für sich beanspruchen können, würden dem TSV Hartberg in etwa 55.000 Euro, der Wiener Austria immerhin rund 30.000 Euro entgehen.

Trösten können sich die sieben Klubs im Gegensatz zu den Kärntner natürlich mit der bereits verdienten Summe aus den ersten beiden Abrechnungszeiträumen. Auch diese Zahlen sind - basierend auf der bisherigen Minutenverteilung - geschätzt:

Platz

Verein

geschätzte Summe

1

TSV Hartberg

860.000

2

WAC

610.000

3

SCR Altach

585.000

4

GAK

530.000

5

WSG Tirol

475.000

6

Blau-Weiß Linz

455.000

7

Austria Wien

450.000


Wie die Abrechnung am Ende wirklich aussieht, steht erst nach dem letzten Spieltag fest - schon früher wissen werden wir, welchen Plan sich Klagenfurt für die kommenden Monate überlegt hat.

VIDEO: Die Prognose zur Qualifikationsgruppe


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