Vienna: Adé Selbstzerfleischung. Hallo Neuanfang.

  • Geschrieben von 90minuten.at-Redaktion

First Vienna 1894 Fans Tribuene Gepa PicturesDer First Vienna Football Club 1894 will es wieder wissen. Mit einer neuen Struktur und neuem Personal soll der Döblinger Klub erst kürzlich erlebte, unrühmliche Zeiten hinter sich lassen und langfristig gesehen aus sportlicher Sicht auch ganz oben wieder anklopfen. Von Michael Fiala

 

Keine Lizenz und eine öffentliche Selbstzerfleischung. Dieses Bild gab die Vienna noch im April und Mai dieses Jahres ab, als Höhepunkt folgte die Hauptversammlung mit einer Kampfabstimmung. Doch in den vergangenen Monaten hat sich viel getan bei den Döblingern, der Kult-Klub will es noch einmal wissen und hat sich komplett neu aufgestellt: Eine neue Struktur und neues Personal sollen dafür sorgen, dass die Vienna wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. Mit 1. Jänner wird der Profibetrieb in eine GmbH ausgegliedert und Gerhard Krisch will als neuer General Manager dafür sorgen, dass sämtliche Stakeholder wieder Vertrauen in den Klub gewinnen. 90minuten.at hat mit Krisch über die kurz- und langfristigen Ziele gesprochen.

 

„Haben viel Image und Reputation zerstört“
„Wir sind in den letzten Jahren, vor allem in der Zeit von Care Energy, in der Öffentlichkeit nicht professionell aufgetreten, haben viel Image und Reputation zerstört. Das hat schlussendlich bei der Hauptversammlung in diesem Jahr zum unrühmlichen Höhepunkt mit einer Kampfabstimmung geführt“, sagt Krisch noch einmal rückblickend. Mit der Vergangenheit hat sich Krisch jedoch nur am Rande beschäftigt. Vielmehr hat er sich darum gekümmert, gemeinsam mit dem Präsidium rund um Präsident Richard Kristek eine neue Struktur aufzustellen, neues Personal in der Administration inklusive. Krisch: „Der Tatsache entsprechend, dass man ein Unternehmen wie den FC Vienna 1894 nicht nebenbei managen kann, haben wir Rechnung getragen und werden deshalb die internen Strukturen mit 01.01.2017 adaptieren um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.“

 

„Müssen wieder Handschlagqualität beweisen“
Krisch ist aber realistisch, dass das verspielte Vertrauen nicht von heute auf Morgen zurückkommen wird, zu viel ist in der Vergangenheit vorgefallen: „Ich gehe nicht mit dem Anspruch an diese Aufgabe heran, dass sich in drei Monaten alle wieder geschlossen hinter den Verein stellen werden. Wir müssen wieder Handschlagqualität beweisen. Wir müssen das tun, was wir ankündigen, und das mit einem vernünftigen wirtschaftlichen Zugang. Ein ausgeglichenes Budget ist die Basis dafür und ich stehe nicht für „Harakiri-Politik“ zur Verfügung.“

 

„Sportlich oben anklopfen“
Mit der wirtschaftlichen Konsolidierung des Klubs soll auch die Basis für künftige, sportliche Erfolge gelegt werden. Von sportlichen Kampfansagen hält Krisch nichts, „aber es muss ganz klar unser Ziel sein, auch sportlich weiterzukommen. Wir wollen auch oben „anklopfen“, aber ich halte wenig von Kampfansagen. Jetzt müssen wir zunächst unsere Hausaufgaben machen und auf uns selbst schauen. Wir wollen attraktiven Fußball spielen und unsere Fans gut unterhalten.“

 

Einzigartige Hohe Warte
Um ganz oben überhaupt irgendwann wieder mitspielen zu können, muss die Infrastruktur auf Vordermann gebracht werden. Doch das ist für Klub aktuell noch leise Zukunftsmusik. „Das ist dann schon der übernächste Schritt. Die „Care Energy“ Naturarena ist einzigartig. Wir müssen neue Konzepte erarbeiten, um unser Stadion effizienter zu nutzen und für die kommenden Aufgaben „fit“ zu machen. Wenn wir dies nicht Schritt für Schritt machen, wird es nicht funktionieren“, denn so Krisch abschließend: „Was die Bundesliga verlangt, ist für alle Vereine eine wirtschaftliche Herausforderung. Grundsätzlich ist alles vorstellbar, aber wir werden Partner brauchen, die uns dabei unterstützen. Partner, wie die Gemeinde Wien, die uns auch zukünftig hoffentlich unterstützen wird.“

 

Nach einem Rekord von negativen Schlagzeilen in den vergangenen Jahren dürfen die Fans der Vienna wieder hoffen. Mit Gerhard Krisch hat sich der nächste, leidenschaftliche Manager gefunden, der einen Klub voranbringen will. Man darf gespannt sein, ob das neue Vienna-Gebilde im Jahr 2017 wieder an Fahrt aufnehmen wird. Die Vorzeichen dazu sehen gut aus.

 

>>> Das gesamte Interview mit Gerhard Krisch gibt es hier auf business.90minuten.at zu lesen

 

Der neue Fiat Tipo

Bezahlte Werbung

Wir mögen dich! Du uns auch?

Schon gesehen?

Sky-Channel

Einloggen or Registrieren